Am 10. Januar 1958 gab das amerikanische Verteidigungsministerium bekannt, dass die amerikanische Armee eine neue ballistische Feststoffrakete mit höchster Dringlichkeit entwickeln wird. Bereits am 25. März 1958 wurde die Martin Marietta Corporation mit der Entwicklung beauftragt. Das Waffensystem erhielt seinen Namen nach dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Expeditionsstreitkräfte im Ersten Weltkrieg, General John J. Pershing.

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Bereits ein Jahr nach der Auftragserteilung konnte die erste Entwicklungsstufe abgeschlossen werden, ein bis dahin nicht dagewesener Entwicklungsrekord. Der erste Versuchsschuss einer PERSHING erfolgte am 25. Februar 1960. Der erste Übungsschuss einer PERSHING durch eine deutsche Einheit, ein sogenanntes Graduation Firing, wurde am 21. April 1964 in der Wüste von New Mexiko/USA auf der Hueco Launch Site durchgeführt.

Matador

Parallel dazu liefen seit Frühjahr 1961 im Führungsstab Luftwaffe die Planungen zur Aufstellung eines deutschen Flugkörpergeschwaders.
Am 1. September 1963 erteilte der Bundesminister der Verteidigung den Befehl zur Aufstellung des Flugkörpergeschwader 1.

Keimzelle des neuen Verbandes war die damals in Kaufbeuren stationierte Flugkörpergruppe 11, die schon seit 1958 bestand und die mit einem Vorläufer der heutigen CRUISE MISSILE, dem Flugkörper MATADOR, ausgerüstet war. Sie stellte das Kaderpersonal für die Flugkörpergruppen 12 und 13, die personell aufgefüllt, das in Landsberg stationierte Flugkörpergeschwader 1 bildeten. Ausgerüstet wurde das Geschwader mit dem Waffensystem PERSHING 1.

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1958 - 1970

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1971 - 1990

Um die Feuerkraft zu erhöhen, die Zielgenauigkeit zu verbessern und die Reaktionszeit zu verkürzen, wurde in den Jahren 1970/1971 verbessertes Flugkörper- und Bodengerät eingeführt. Wesentliche Änderungen waren der Wechsel von Ketten- auf Radtransportfahrzeuge sowie die Umstellung der Schussrechner von analoger auf  digitale Datenverarbeitung. Das Waffensystem erhielt die Bezeichnung PERSHING 1A

Die folgenden zwei Dekaden wurde das Waffensystem durch weitere Modifizierungen auf dem neuesten Stand der Technik gehalten. Die wohl wichtigsten Umrüstungen in dieser Zeit waren die Einführung des Azimuth Referenzsystems (ARS) und des Abschussfolgeumschaltgeräts (SLA), sowie der Schutz der Flugkörper mit einer Keramik-Kunststoff Schutzummantelung gegen äußere gewaltsame Einwirkungen.

Schutzummantelung_Feldstellung

Im Jahre 1990 endete die Ära der Flugkörpergeschwader. Am 4. Oktober wurden die beiden deutschen Geschwader außer Dienst gestellt.
28 Jahre haben sie erfolgreich ihren Verteidigungsauftrag erfüllt und damit Frieden und Freiheit gesichert.


 

TradGem FKG 1 e. V.

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