Jeder von uns kannte sie, unsere amerikanischen Kameraden in Zivil, die immer dann zur Stelle waren, wenn es Probleme mit dem Waffensystem „Pershing“ gab. Sie hatten einen sehr großen und entscheidenden Anteil an der Funktionstüchtigkeit und Einsatzbereitschaft des WS Pershing und standen uns in all den Jahren mit Rat und Tat zur Seite.

Wie bei vielen anderen Waffensystemen auch – besonders bei den aus den USA beschafften Systemen – gab es bei den Pershing-Geschwadern der Luftwaffe „Technische Berater“. Sie waren bei den Versorgungsstaffeln, später im Bereich des Sachgebiets Technik“ und dem „Materialamt der Luftwaffe“ disloziert.  Es gab „Technische Berater“ der Firmen „Martin Marietta“ bzw. „Lockheed“ für das Waffensystem Pershing und „Collins Radio Company“ für die „Troposcatter-Geräte“ sowie zeitweise auch TechReps für Generatoren.

Ihr Aufgaben waren die allgemeine Beratung und die aktive Mitarbeit bei der Behebung von auftretenden Fehlern und bei Problemen mit dem Waffensystem Pershing.

Sie leisteten ferner Mithilfe bei der Fehlersuche in kritischen Fällen, z.B. beim Jahresschießen in den USA und bei Einsatz- und/oder Geschwaderübungen. Unterweisung, auch Unterrichtung bei technischen Änderungen und Umrüstung des Waffensystems sowie Hilfe bei der Ersatzteilbeschaffung durch Auffinden in den US-Vorschriften, Ausweichartikel - Beurteilung, Verwendung handelsüblicher Teile (US) in Deutschland zählte auch zu ihren Aufgaben.

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Außerdem

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen den TechReps und dem Personal in den Geschwadern während des täglichen Dienstes und/oder Übungs- und Ausbildungsvorhaben, bildeten sich rasch gegenseitige Vertrauensverhältnisse und eine beidseitige Wertschätzung. Aber auch im privaten Bereich gab es Kontakte, die in zahlreichen Fällen zu persönlichen Freundschaften führten, die über Jahre Bestand hatten und teilweise noch heute gepflegt werden.

Hier seien nur einige Namen von TechReps in Erinnerung gerufen, die bei den beiden Flugkörpergeschwadern sowie dem Mod Shop und dem MatALw eingesetzt waren:

Bei der FKGrp 12, Landsberg/Lech waren tätig:

Joe Gmerek    Feb. 1964 – Aug.1968

Kurt Spangler (+)   Feb. 1964 – Dez. 1966

Ray Wilson (+)    Feb. 1964 – Aug. 1967

Bei der GSU in Landsberg waren eingesetzt:

Rodger Dana    Juni 1965 – Juli 1967

Chuck Guild    Aug. 1965 – Aug. 1967

Max Wimberger (+)   Aug. 1967 – Sep. 1968

Ray Wilson (+)    Aug. 1967 – Sep. 1968

John Carlisle 1968 - 1972 (Fa. Collins - AN/TRC 80)

In der FKGrp 13, Kaufbeuren waren tätig:

Fred Barma  (+)  März 1964 – Dez. 1966

Tony Huber (+)    März 1964 – Aug. 1971

Warren Moeller (+)  März 1964 – Aug. 1971

Nach Umgliederung/Umrüstung des Flugkörpergeschwaders 1 wurden die TechReps nach Landsberg/Lech beordert und waren hier erst bei der Versorgungsstaffel später dem Sachgebiet „Technik“ zugeordnet. 
In den Jahren 1971 – 1980 waren folgende amerikanische Kameraden im FKG 1 tätig:

Tony Huber (+)    Aug. 1971 – Okt. 1975

Jerry Folsom    Juni 1971 – Sep. 1975

Joe Gmerek    Sep. 1970 – Aug. 1971

Tom Howard (+)  Okt. 1974 – Dez. 1977

Fred Dittmaier   Okt. 1975 – Sep. 1978

Dean Watts    Aug. 1978 – Nov. 1980

Wie beim FKG 1 waren auch im Partnergeschwader, im FKG 2, Teveren, TechReps tätig:

Gene Natoli    Juni 1966 – Dez. 1972

Joe Kaufmann    Juni 1966 – Dez. 1972

Jerry Folsom    Juni 1966 – Juni 1971

George Ashley (+)   Sep. 1968 – Aug. 1971

Joe Gmerek    Aug. 1971 – Aug. 1977

Bob Houghtaling   Sep. 1971 – Okt. 1980

Aber auch beim “Mod Shop” und dem “MatALw” waren TechReps für das Waffensystem Pershing tätig:

Bill Holland

Dick Dupont

George Ashley (+)

Die Dienstleistung der TechReps wurde über jährlich neu abzuschließende Verträge mit dem „Army Missile Command“ abgerechnet.

Die TechReps durften ihre Familien mit in die Bundesrepublik Deutschland bringen und die Facilities der US-Streitkräfte (Schulen, PX, Commisary) nutzen. Seit 1970 wurde die Verpflichtung von TechReps aufgrund erheblicher finanzieller Mehrforderung der US-Seite von Jahr zu Jahr schwieriger. Ihre Zahl musste deshalb laufend reduziert werden. Schließlich blieb nur noch ein einziger „Technischer Berater“ der Firma Martin Marietta beim Materialamt der Luftwaffe. Sein Dienst endete Mitte 1987.

Dennoch sind die Verbindungen zwischen den einzelnen TechReps in den USA nicht abgerissen. Mit den Kameraden Dana und Dittmaier findet ständig ein laufender Informationsaustausch statt. So erfuhren wir, dass z.B. vom 10. – 12. Juni 2004 in Fort Sill ein US-Army Pershing-Treffen stattfand, an dem eine Vielzahl der ehemaligen, bei den FKG eingesetzten, TechReps teilnahmen und sich wieder trafen. Leider sind jedoch einige ehemalige TechReps bereits verstorben. Es sind dies Tony Huber, Tom Howard, George Ashley, Max Wimberger, Ray Wilson, Fred Barma, Warren Moeller und Curd Spangler.

Kamerad Fred Dittmaier teilte jedoch unserer Traditionsgemeinschaft auch mit, dass sich alle ehemaligen TechReps herzlich für die Erinnerungen bedanken. Für alle waren die Jahre bei der Luftwaffe und in den beiden Flugkörpergeschwadern eine ganz besondere Zeit ihres vielfältigen Arbeitslebens. Jeder von ihnen fühlte sich immer als willkommener Kamerad und vertrautes Mitglied in den Verbänden. Es wundert daher nicht, dass bei allen TechReps ein Wunsch im Vordergrund steht; ein Wiedersehen mit Kameraden der Flugkörpergeschwader in Deutschland.

Dass “unsere” TecReps sich bei uns wohlgefühlt haben, zeigen die wenigen Bilder, derer wir noch habhaft werden konnten.

Dieser Bericht wurde verfasst von Wolfgang Lübker unter Zuarbeit von
OTL a.D. Dieter Sons (+), OTL a.D. Karl-Heinz Pillep (+) und natürlich Fred Dittmaier.

 

TradGem FKG 1 e. V.

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